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Die 4. Revolution - Energy Autonomy

Energieagentur zeigt motivierenden Kinofilm zur Energiewende

 

Insgesamt rund 300 Besucher sahen den kostenlosen Dokumentarfilm im Cineplex

Gut 9% des Stroms im Landkreis kamen 2009 aus erneuerbaren Quellen

Energy Autonomy HandzettelMit dem Dokumentarfilm „DIE 4. REVOLUTION – Energy Autonomy“ konnte die Energieagentur Oberfranken zwischen 18. und 20. Juli insgesamt rund 300 Gäste ins Kulmbacher Cineplex locken, davon rund 230 Schüler verschiedener Kulmbacher Schulen. Der Streifen des deutschen Regisseurs Carl-A. Fechner zeigte mit emotionalen Bildern aus allen Teilen der Welt, dass eine Versorgung mit 100 Prozent Erneuerbarer Energie keine Utopie ist. Sie ist vielmehr eine zwingende Voraussetzung, um den Energiehunger der Welt zu stillen und gleichzeitig zu erreichen, dass Energie auf Dauer bezahlbar bleibt.

 

Im Anschluss an die Vorstellung diskutierten die Besucher noch angeregt mit Wolfgang Böhm, dem Geschäftsführer der Energieagentur, und mit Christian Reinlein, dem Pressesprecher der Ago AG aus Kulmbach, die die Vorführung gesponsert hatte. Dabei teilten die meisten Gäste die Einstellung, dass der Umstieg auf Erneuerbare Energie innerhalb weniger Jahrzehnte auch für Oberfranken ein durchaus realistisches Ziel ist.

 

 

 

Die Energieagentur hatte, passend zum Thema, auch die neuesten Zahlen aus dem Landkreis Kulmbach im Gepäck.

 

Bis zu einer kompletten Versorgung mit Erneuerbarer Energie ist es im Landkreis Kulmbach zwar noch ein weiter Weg, jedoch ist die Entwicklung der letzten Jahre durchaus positiv: 2009 kamen immerhin gut 9 Prozent des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen (2008: 8,8%). Für das laufende Jahr könnte zum ersten Mal die 10-Prozent-Marke geknackt werden.

Auf ganz Deutschland bezogen sind die Zahlen deutlich höher. Hier werden inzwischen mehr als 10 Prozent des gesamten Energieverbrauchs erneuerbar erzeugt, also Strom, Wärme und Kraftstoffe. Durch den starken Ausbau der Wind- und Solarenergie ist der Anteil am Stromverbrauch mittlerweile sogar schon auf über 16 Prozent angestiegen.

 

Die wichtigsten Zahlen für den Landkreis Kulmbach im Bereich Strom (2009):

 

Erzeugung

Anlagen

produzierte
kWh

Anteil im
Lkr. KU*

Anteil in
D*

Biomasse

14

15.117.796

ca. 3,4 %

5,2 %**

Klärgas

1

1.978.465

ca. 0,4 %

-

Wasser

26

4.972.107

ca. 1,0 %

3,3 %

Photovoltaik

1.118

13.480.351

ca. 3,0 %

1,1 %

Wind

4

5.593.451

ca. 1,2 %

6,5 %

GESAMT

1.163

41.142.170

ca. 9,0 %

16,1 %

*am Gesamtstromverbrauch

**Biomasse inkl. Abfall und Klärgas

 

Der Ausbau Erneuerbarer Energien hat sich 2009 bundesweit deutlich beschleunigt. Dies gilt vor allem für den Bereich Photovoltaik (PV), der auch im Landkreis Kulmbach erheblich zulegen konnte.

Hier einige Zahlen, die das veranschaulichen:

 

 333 PV-Anlagen wurden 2009 im LK KU NEU errichtet, das ist eine Zunahme um 42,4 Prozent.
 Die Installierte Leistung betrug zum Jahresende 22.575 kWp, hier liegt die Zunahme sogar bei 63,2 Prozent.

 

Die Solarstromerzeugung legte um 29,4 Prozent zu auf nun 13,5 Mio kWh

Die neuen Anlagen konnten ihre Wirkung noch nicht voll entfalten, da die meisten ja erst spät im Jahr zugebaut wurden. Für das laufende Jahr ist deshalb mit einem deutlicheren Anstieg bei der Erzeugung zu rechnen.)

 •  Alle im LK Kulmbach installierten PV-Anlagen reduzieren den CO2-Ausstoß um rund 18.500 Tonnen jährlich.
 •  Insgesamt wurden im LK KU im vergangenen Jahr 41 Mio kWh Strom regenerativ erzeugt.
 •  Das sind gut 9 Prozent des gesamten Stromverbrauchs.
 •  Damit könnten rund 12.000 Haushalte komplett mit erneuerbarem Strom versorgt werden.
 •  Bei Wind, Wasser, Biomasse und Klärgas hat sich 2009 im LK KU nichts Entscheidendes getan. Meteorologisch bedingt sind die Erträge aus Wind- und Wasserkraft sogar zurückgegangen.
 •  Für 2010 zeichnet sich bereits ab, dass der Solar-Boom zumindest für kleinere Anlagen nahezu ungebrochen ist. Es wird also auch im laufenden Jahr einen deutlichen Zubau geben. Bundesweit könnte er sich gegenüber 2009 sogar verdoppeln (von 3 GW auf 5,5 - 7 GW).
   

 

Überhaupt geht der Ausbau Erneuerbarer Energie bislang deutlich schneller als erwartet. Für 2010 wollte die Bundesregierung beim Strom einen Anteil von 12,8 Prozent erreichen, doch diese Marke war schon 2007 überschritten. Im Sommer 2010 liegen wir nach vorsichtigen Schätzungen bereits bei einem Anteil von knapp 17 Prozent des Brutto-Gesamtstromverbrauchs in Deutschland.

Die Mittel- und langfristigen Ziele der Bundesregierung dürften also eher übertroffen werden: Bis 2020 sollen 30 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen, bis 2050 die Hälfte.

 

Christian Reinlein und Wolfgang BöhmTrotzdem ist die Energiewende nach Einschätzung der Energieagentur Oberfranken noch lange kein Selbstläufer. „Ein solcher Umstieg kann nicht allein von Oben verordnet werden. Auch und gerade die Kommunalpolitik muss die Energiewende als eine ihrer zentralen Aufgaben begreifen“, sagt Energieagentur-Geschäftsführer Wolfgang Böhm: „Immerhin birgt die regionale Erzeugung von Energie riesige Chancen gerade für den ländlichen Raum, denn das Geld bleibt hier und stärkt den regionalen Wirtschaftskreislauf.“ Gleichzeitig müssten die Bürger ausreichend eingebunden sein, denn jeder Einzelne könne zum Beispiel durch eigene Stromerzeugung einen wichtigen Beitrag leisten. Für unverzichtbar hält Böhm in diesem Zusammenhang klare Zielvorgaben für Kommunen: „Wir müssen wissen: Wo stehen wir? Und wo wollen wir 2020 oder 2050 sein? Diese Ziele müssen von den zuständigen Gremien klar definiert werden.“ Die Energieagentur Oberfranken bietet dabei seit Jahren wichtige Hilfestellung für Kommunen. Für den Landkreis Kulmbach zum Beispiel wird gerade ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, dessen Ergebnisse im Herbst vorgestellt werden sollen.

 


 

 

Zur Website des Films:
http://www.4-revolution.de

 
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