Heizen mit Erneuerbaren: Förderung komplett runderneuert

2020 ändert sich (fast) alles

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat seine Förderprogramme für das Heizen mit Erneuerbaren Energien (sog. Marktanreizprogramm) komplett umgestellt. Medienwirksam wird nun die "Austauschprämie" für alte Ölheizungen in den Mittelpunkt gerückt, aber auch sonst sind die neuen Konditionen wirklich sehenswert. Auch die KfW hat ihre Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und Sanieren noch einmal deutlich aufgestockt. Für Sanierer brechen rosige Zeiten an!

KfW

Die Änderungen bei den KfW-Programmen gelten seit 24. Januar und bringen deutliche Anhebungen bei den Darlehenshöhen und Tilgungszuschüssen. So sind in den Programmen 151 und 430 nun Darlehenshöhen bis 120.000 Euro pro Wohneinheit möglich. Der Fördersatz wurde auf maximal 40% angehoben, der maximale Tilgungszuschuss hat sich damit auf 48.000 Euro erhöht. Selbst für Einzelmaßnahmen gibt es nun bis zu 20%, maximal 10.000 Euro Zuschuss!

BAFA Marktanreizprogramm

Für die Umrüstung der Heizung gibt es seit 1. Januar keine fixen Beträge mehr, sondern prozentuale Zuschüsse. Der Austausch einer Ölheizung durch ein Erneuerbares System wird zum Beispiel mit bis zu 45 Prozent bezuschusst. Wird keine Ölheizung ausgetauscht, liegen die Zuschüsse bei 30-35 Prozent. Erstmals werden über das BAFA nun auch Heizungsanlagen in Neubauten gefördert, hier allerdings ausschließlich Solarkollektoren, Biomasseanlagen und Wärmepumpen.

Sicherlich führt die Umstellung im MAP nicht in jedem Fall zu einer Verbesserung gegebüber der bisherigen Praxis. Außerdem ist zu erwarten, dass auch die Hersteller mit einer Anpassung der Marktpreise reagieren. In jedem Fall empfiehlt es sich, sein Vorhaben sorgfältig zu planen und auch die kostenlose Energieberatung der Energieagentur Oberfranken zu nutzen!

Die neuen Fördersätze des Marktanreizprogramms im Einzelnen:

In bestehenden Gebäuden

  • Hybridheizungen (Kombination verschiedener Systeme)
    - rein erneuerbar: 35%
    - Erdgas und erneuerbar, z.B. Solar: 30%
  • Gas-Brennwertheizungen "Renewable ready": 20%
  • Solarkollektoren: 30%
  • Biomasseanlagen: 35%
  • Wäremepumpen: 35%
  • Austauschprämie Ölheizungen: zusätzlich 10%

In neuen Gebäuden

  • Solarkollektoren: 30%
  • Biomasse: 35%
  • Wärmepumpen: 35%

Für alle Vorhaben gilt: Antragstellung beim BAFA in jedem Fall VOR DEM VORHABENSBEGINN. Also erst der ANTRAG, dann der AUFTRAG.

Alternativ: Steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierung

Ebenfalls zum 1. Januar in Kraft getreten ist die im Klimapaket der Bundesregierung beschlossene steuerliche Förderung für energetische Snaierungsmaßnahmen an Gebäuden. Die Kosten von Einzelmaßnahmen wie Heizungstausch, Einbau neuer Fenster oder Dachdämmung können nun mit bis zu 20 Prozent über einen Zeitraum von drei Jahren steuerlich abgesetzt werden, die Kosten für Fachplanung und Baubegleitung sogar bis zu 50 Prozent.

Sanierer sollten allerdings beachten: Wer den Steuerabzug wählt, kann nciht auch noch die Fördermittel des Marktanreizprogrammes oder der KfW nutzen und umgekehrt. Man muss sich für EINE Variante entscheiden!

Detaillierte Informationen hierzu finden Sie ab sofort in unserem Förderkompass, und etwas ausführlicher auf der Homepage des BAFA unter www.bafa.de/ee , bei der KfW sowie auf der Website der Aktion Deutschland macht's effizient.

© 2019 Energieagentur Oberfranken e.V. - Kressenstein 19 - 95326 Kulmbach